Die bulgarische Zarin Eleonore zu Besuch in Mistelbach

Von Thomas Kruspel 21. Mai 2026 Aus

Am 26. Juli 1910 besichtigte Zarin1 Eleonore – die Gattin des bulgarischen Herrschers Ferdinand I. – das erst im Jahr zuvor eröffnete Kaiser-Franz-Josef-Bezirks-Krankenhaus in Mistelbach. Empfangen wurde sie von Bürgermeister Thomas Freund und dem Leiter der Anstalt Dr. Fritz Höllrigl, der sie durch die gesamte Einrichtung führte. Die Zarin, die selbst ausgebildete Krankenpflegerin war und wenige Jahre zuvor im russisch-japanischen Krieg freiwillig die Leitung einer russischen Sanitätsabteilung übernommen hatte2, folgte der Führung mit großem Interesse und Fachverständnis. Zarin Eleonore verbrachte drei Stunden im Mistelbacher Krankenhaus und unterhielt sich auch mit einigen Patienten bzw. erkundigte sich nach deren Befinden. Am Ende ihres Besuches war sie voll des Lobes für diese den modernsten medizinischen Standards entsprechende Einrichtung und gratulierte den Verantwortlichen, die „… hier ein edles Werk der Nächstenliebe geschaffen [hätten] …“. Obwohl das Krankenhaus erst seit wenigen Monaten in Betrieb war, befand es sich bereits in einer schwierigen finanziellen Lage, denn die Errichtung und der Betrieb waren für die Stadt nur schwer zu stemmen und die umliegenden Gemeinden wollten die Leistungen des Krankenhauses zwar gerne für ihre Einwohner nutzen, zierten sich allerdings bei der Leistung eines finanziellen Beitrags. Bürgermeister Freund wusste diese Thematik taktvoll anzusprechen und Zarin Eleonore stimmte zu, dass solche Institutionen nicht ausschließlich Aufgabe der Gemeinden sein können, sondern auch Staat und Land zu deren Erhaltung und Betrieb beitragen müssten. Vor ihrem Abschied spendete die hoheitliche Besucherin dem Krankenhaus einen größeren Geldbetrag und ließ sich außerdem die Kontaktdaten jener Firmen geben, die das Krankenhaus ausgestattet hatten, da sie selbst die Gründung eines Krankenhauses in der bulgarischen Hauptstadt Sofia beabsichtigte.

Das Bezirks-Krankenhaus kurz nach seiner Eröffnung im Jahre 1909
Das Bezirks-Krankenhaus kurz nach seiner Eröffnung im Jahre 1909

Wie kam es, dass die bulgarische Zarin Mistelbach besuchte?

Die spätere Zarin Eleonore wurde 1860 als Prinzessin des alten deutschen Adelsgeschlechts Reuß zu Köstritz geboren. Etwa dreißig Jahre vor ihrer Geburt waren die Güter Hagenberg und Ernstbrunn im Erbwege in den Besitz ihrer Familie gelangt und die unverheiratete Prinzessin Eleonore, die sich vornehmlich sozialen Aufgaben widmete – einige Zeit wirkte sie als Diakonisse (= eine Art evangelischer Ordensschwester) – lebte später bei ihrem Bruder auf Schloss Ernstbrunn. Deutsche Adelige saßen im 19. Jahrhundert auf vielen europäischen Thronen und 1887 wurde der in Wien geborene Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha zum Fürsten („Knjaz“) von Bulgarien – das sich als weiterhin tributpflichtiges Fürstentum aus dem osmanischen Reich herauslöste – eingesetzt. Der Titel „Zar“ geht so wie auch der Titel „Kaiser“ auf den römischen Begriff „Caesar“ zurück und der erste Träger des Titels „Zar“ war tatsächlich ein bulgarischer Herrscher im 9. Jahrhundert, der damit die Nachfolge der oströmischen Kaiser beanspruchte. Nach der endgültigen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1908 knüpfte Ferdinand I. von Bulgarien an diese Tradition an und nannte sich nunmehr Zar. Im selben Jahr und somit neun Jahre nach dem Tod seiner ersten Gattin ehelichte der bulgarische Herrscher schließlich Prinzessin Eleonore Reuß zu Köstritz, die aus einem zuvor eher zurückgezogenen Leben plötzlich und in bereits fortgeschrittenem Alter zur Gattin eines europäischen Herrschers aufstieg. Eleonore, die bis zu ihrer Verehelichung in Ernstbrunn gelebt hatte, erfreute sich sie aufgrund ihres großzügigen und sozial eingestellten Wesens großer Beliebtheit bei der dortigen Bevölkerung und für die damalige Zeit und ihren Stand ungewöhnlich, pflegte sie auch Kontakte zu den einfachen Leuten.

Gemälde der Zarin Eleonore von Bulgarien, geschaffen von Georgi Evstatiev (Public domain, via Wikimedia Commons)
Gemälde der Zarin Eleonore von Bulgarien, geschaffen von Georgi Evstatiev (Public domain, via Wikimedia Commons)

Diese Verbundenheit zu alten Bekanntschaften aus Ernstbrunn zeigte sich auch durch die Tatsache, dass Zarin Eleonore bei ihrem Besuch im Mistelbacher Krankenhaus vom Ernstbrunner Gemeindearzt Dr. Steiner begleitet wurde und insbesondere dadurch, dass sie vor der Besichtigung des Krankenhauses die Mistelbacher Glasermeistersgattin Elise Eybel in deren Haus in der Hafnerstraße besucht hatte. Bei Frau Eybel handelte es sich um eine Schwester des fürstlichen Rentmeisters (=leitenden Gutsverwalters) Swolensky in Ernstbrunn. Über das Geschehen in der Region informierte sich Eleonore durch den Mistelbacher Bote, den sie sich an den Zarenhof schicken ließ. Es überrascht daher nicht, dass 1917 nach ihrem Ableben auch im Mistelbacher Bote mehrere Meldungen zum Tod der auch in Bulgarien äußert populären Zarin erschienen.3

Bildnachweis:
-) Ansichtskarte des Krankenhauses: Sammlung von Herrn Gerhard Lichtl, digitalisiert von Otmar Biringer
-) Gemälde Zarin Eleonore von Georgi Evstatiev, Public domain – Wikimedia Commons

Quellen:
-) Mistelbacher Bote, Nr. 31/1910, S. 2f (ONB: ANNO)
-) Fitzka, Karl: Ergänzungs- und Nachtragsband zur Geschichte der Stadt Mistelbach (1912), S. 194ff
-) Tscherkassky, Waldemar: „Aus der Chronik des a.o. Kaiser-Franz-Josef-Bezirkskrankenhauses in Mistelbach“ In: Festschrift anlässlich der Erweiterung und Eröffnung des allgemeinen öffentlichen Kaiser Franz Josef Bezirkskrankenhauses in Mistelbach, am 17. Oktober 1937 (1937), S. 32

Neues Erscheinungsbild

Von Thomas Kruspel 15. Mai 2026 Aus

Nachdem dieser Blog in ein paar Wochen sein 10-jähriges Bestehen feiert, war es höchste Zeit für eine zeitgemäßere Optik.
In den nächsten Tagen müssen noch einige Anpassungen vorgenommen, die die Lesbarkeit bzw. das sich zurechtfinden erleichtern sollen.

Vereine in Mistelbach im Jahre 1884

Von Thomas Kruspel 12. Mai 2026 Aus

Vereine sind bis heute maßgebliche Träger des Gemeinschaftslebens in Österreich, auch wenn sich in diesem Bereich gegenwärtig bereits große Umbrüche durch geändertes Sozial- bzw. Freizeitverhalten und demografischen Wandel abzeichnen. Das uns bekannte Vereinswesen entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber natürlich gab es bereits zuvor organisierte Formen von Gemeinschaft, die einen ideellen Zweck verfolgten, auch wenn ihre Zahl deutlich geringer und ihr Wirkungsbereich weniger vielfältig war. Die Zünfte als Handwerkervereinigungen bzw. Standesvertretungen und ebenso die religiösen Bruderschaften (nicht mit geistlichen Orden zu verwechseln), die es auch in Mistelbach über Jahrhunderte hinweg gab, können als frühe Formen institutionalisierter Zusammenschlüsse angeführt werden. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde die behördliche Genehmigung von Vereinigungen sehr restriktiv gehandhabt und dies änderte sich erst als im Zuge der Revolution des Jahres 1848 viele Freiheitsrechte, darunter auch das Vereinigungs- und Versammlungsrecht, errungen wurden. Die Revolution wurde niedergeschlagen und die Rechte in der Folge wieder eingeschränkt, doch die einmal genossenen Freiheiten konnten dem Volk nun nicht mehr auf Dauer vorenthalten werden. Das Vereinspatent des Jahres 1852 und schließlich das im Jahr 1867 erlassene Staatsgrundgesetz, das den Bürgern umfassende Grund- und Freiheitsrechte gewährte, stellten die Basis für das spätere Aufblühen des Vereinswesens dar.

Eine im Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach veröffentlichte Liste der 87 Vereine, die im Jahr 1884 im gesamten politischen Bezirk Mistelbach4 existierten, gibt einen interessanten Einblick und zeigt, dass die Entwicklung des Vereinswesens damals noch am Anfang stand.

Folgende Vereine bestanden damals in der Stadt Mistelbach:5

-) Landwirthschaftlicher Bezirks-Verein Mistelbach
-) Casino-Verein Mistelbach (Anm.: hierbei handelt es sich um einen landwirtschaftlichen Genossenschaftsverein, dessen Schwerpunkt vor allem in der Weiterbildung der Landwirte lag)
-) Militär-Veteranen-Verein Mistelbach
-) 1. Mistelbacher Militär-Veteranen-Kranken-Unterstützungs-Verein
-) Freiwilliger Feuerwehr-Verein Mistelbach
-) Bezirks-Feuerwehr Verband Mistelbach
-) Bezirks Feuerwehr-Unterstützungs-Cassa für die Feuerwehren des politischen Bezirks Mistelbach
-) Ortsgruppe Mistelbach und Umgebung des Deutschen Schulvereins Wien
-) Zweigverein des Patriotischen Frauen-Hilfs-Vereins für Nieder-Oesterreich Mistelbach
-) Zweigverein des Bienenzüchter-Vereines Wien Mistelbach
-) Lehrer-Verein für den Schulbezirk Mistelbach
-) Zayawasser-Werks-Verein
-) Verschönungs-Verein von Mistelbach und Umgebung
-) Männer-Spar-Verein Mistelbach
-) Männer-Gesangs-Verein Mistelbach
-) Schützen-Gesellschaft der Stadt Mistelbach
-) Eislauf-Verein Mistelbach

In den heutigen Katastralgemeinden existierte mit der Freiwilligen Feuerwehr Eibesthal damals lediglich ein Verein.

Der älteste Verein dürfte mit ziemlicher Sicherheit der 1852 gegründete “Landwirthschaftliche Bezirks-Verein Mistelbach” gewesen sein, der bis zum Jahr 1925 bestand, als er im Zuge der damals erfolgten Schaffung der Landwirtschaftskammern aufgelöst wurde.6

Der älteste heute noch bestehende Verein Mistelbachs ist der Stadtchor, der in seinen Wurzeln auf den 1864 gegründeten Männergesangsverein zurückgeht. Tatsächlich erfolgte im Jahr 1864 lediglich die vereinsmäßige Gründung, der Chor selbst soll sich bereits 1855 gebildet haben.7

Quellen:

Mistelbach zu Ende des 18. Jahrhunderts – ein alter Kupferstich

Von Thomas Kruspel 5. Mai 2026 Aus

Frühe Darstellungen Mistelbachs aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert sind rar und die beiden ältesten überlieferten Abbildungen wurden bereits im Beitrag Älteste bildliche Darstellungen von Mistelbach behandelt. Bei untenstehender Abbildung handelt es sich also nicht um die älteste, aber um die älteste detaillierte Darstellung Mistelbachs und sie zeigt den Blick auf den Markt aus westlicher Richtung. Sie findet sich auch auf den ersten Seiten – noch vor der Titelseite – von Fitzkas 1901 erschienener Geschichte der Stadt Mistelbach, allerdings mit der falschen Bildbeschreibung „Alt-Mistelbach zu Ende des XVII. Jahrhundertes (sic!)“9. Tatsächlich ist sie um 100 Jahre jünger und stammt aus den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts – frühestens aus dem Jahr 1784.

Eine der bekanntesten und gleichzeitig die detaillierteste überlieferte historische Ansicht Mistelbachs aus der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts (Bildausschnitt aus den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs)

Eine der bekanntesten und gleichzeitig die detaillierteste überlieferte historische Ansicht Mistelbachs aus der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts (Bildausschnitt aus den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs)

Anfang der 1950er Jahre ging auch der verdiente Mistelbacher Heimatforscher Prof. Hans Spreitzer noch davon aus, dass die Datierung bei Fitzka korrekt sei bzw. übernahm er diese unhinterfragt10, doch in einer im Jahre 1957 erschienenen Beitragsreihe zum Thema “Das Mistelbacher Museumsgebäude und die Devenna“ belegte Spreitzer eindeutig, dass obige Darstellung erst Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sein kann. Das Fehlen der 1784 gemäß kaiserlichem Erlass abgetragenen Wallfahrtskirche „Maria in der Gruft“ – es handelte sich dabei wohl um die ursprüngliche, alte Pfarrkirche auf dem Berg, die sich zwischen der heutigen Pfarrkirche und dem Karner befand – ist ein stichhaltiges Argument für die zeitliche Einordnung der Darstellung. Zumal die Sakralbauten, sowie einige Denkmäler auf dem Kirchenberg ausgesprochen detailliert dargestellt sind. (nähere Details zu „fehlenden“ Kirche siehe: Wallfahrtsort Mistelbach – die alte romanische Pfarrkirche)

Prof. Spreitzer führt anhand von Details der Darstellung noch weitere Argumente an, weshalb die Ansicht keinesfalls aus der Zeit zu Ende des 17. Jahrhunderts stammen kann11:
-) Links neben der Kirche ist das Plateau (fälschlicherweise auch als „Tumulus“ bezeichnet) erkennbar auf dem sich einst die Mistelbacher Burg befand und hinter diesem lugen einige Häuser hervor. Prof. Spreitzer meint darin die Verbauung des alten Marktplatzes (im Bereich obere Neustiftgasse/Josefigasse/Hochgasse/Mittelgasse/Kellergasse/Engegasse/obere Berggasse) zu erkennen, die jedenfalls erst nach 1700, vor allem jedoch um 1720 erfolgte sei.
-) „das Kollegsgebäude erhielt erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die im Bild festgehaltene – heutige Gestalt“
-) „die Kirchenstiege bekam erst um 1725 die Form, die das Bild zeigt“
-) „die Häuser „hinter dem Markt“ – rechter Bildrand unten – wurden erst nach 1710 errichtet“
-) „verschiedene Häuser auf dem Bilde wurden erst um 1720-1740 erbaut“

Neben all den von Spreitzer bereits angeführten Argumenten, findet sich noch ein Detail in der Darstellung der Pfarrkirche, das eine frühere Entstehung der Darstellung widerlegt: Erst in den 1740er Jahren wurde dem Kirchturm in Form eines Kuppeldaches ein würdiger Abschluss aufgesetzt – bis dahin war der Kirchturm kaum höher als das restliche Kirchengebäude und schloss ohne besonderen Dachaufbau ab. Ein Blitzschlag im Jahr 1752 bzw. Sturmschäden in den Folgejahren zerstörten den Turm, sodass dieser Ende der 1750er Jahre erneuert werden musste. Im Rahmen dieser Renovierung wurde der Turm deutlich höher gebaut und er erhielt ein pyramidenförmiges Form – so wie es auf der gegenständlichen Ansicht zu erkennen ist.12 Die heutige Zwiebelform erhielt das Kirchturmdach übrigens erst nach dem verheerenden Kirchenbrand des Jahres 1835.

Die Inhalte von Spreitzers heimatgeschichtlichen Beitragsreihen in verschiedenen Lokalblättern gerieten, da sie bedauerlicherweise nur zum Teil später auch in Schriftenreihen bzw. Buchform publiziert wurden, teilweise in Vergessenheit. Doch spätestens in dem 1974,  anlässlich der Feierlichkeiten zu „100 Jahre Stadterhebung“ herausgegeben Buch „Mistelbach Geschichte I“  wurde schlüssig und öffentlichkeitswirksam dargelegt weshalb die gegenständliche Abbildung frühestens zu Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sein kann. Allerdings beschränkte sich die Argumentation in diesem Buch, an dessen Entstehen Spreitzer maßgeblichen Anteil hatte und das ursprünglich als mehrbändiges Werk konzipiert war, auf das augenscheinlichste Argument – das Fehlen der alten Wallfahrtskirche.13 Dennoch hält sich die falsche Angabe Fitzkas betreffend die Entstehungszeit dieser Darstellung – wie auch manch andere Fehlinformation aus seinen beiden Geschichtsbänden – sehr hartnäckig und diese bereits seit Jahrzehnten widerlegte Datierung wird teils auch in jüngst erschienenen Publikationen noch weiterverbreitet.14

Der obige Kupferstich entstammt dem Vordruck einer sogenannten „Handwerkskundschaft“ der Fleischackerzunft des „hochfürstlich-liechtensteinischen Marktes Mistelbach“. Bei derartigen „Kundschaften“ handelte es sich um Bestätigungen mittels denen Gesellen, die sich auf der damals obligatorischen Wanderschaft („Walz“) befanden, die Ausübung des Handwerks und das Wohlverhalten vom Vorstand der hiesigen Zunft bestätigt wurde. Diese ursprünglich handschriftlich ausgestellten Bestätigungen wurden später durch vorgedruckte Formulare ersetzt und ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war es durchaus üblich, dass diese auch eine bildliche Darstellung der Stadt bzw. des Marktes zierte, an der die jeweilige Zunft ihren Sitz hatte. Die Verwendung der Vordrucke machte es darüber hinaus auch schwieriger diese Dokumente zu fälschen.

Eine Handwerkskundschaft der Mistelbacher Fleischhauerzunft aus dem Jahre 1820, die sich in den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs erhalten hat - Originalformat: ca. 40 x 50 cm

Eine Handwerkskundschaft der Mistelbacher Fleischhauerzunft aus dem Jahre 1820, die sich in den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs erhalten hat – Originalformat: ca. 40 x 50 cm

Ein leeres Exemplar dieses Vordrucks hat den Lauf der Zeit in den Beständen der topografischen Sammlung der niederösterreichischen Landesbibliothek überdauert15 und eine für den Fleischhackerknecht (=Geselle) Andreas Hobersdorfer am 26. April 1820 ausgestellte Urkunde findet sich heute in den online zugänglichen Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs16. Eine Fleischhauerzunft in Mistelbach wird urkundlich bereits im Jahre 1414 erwähnt und dieser „Zeche“ gehörte ein Großteil der Fleischhauer des nordöstlichen Niederösterreichs an. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehörten zumindest zeitweilig auch Fleischhauer jenseits der March sowie in Südmähren zur Mistelbacher Zunft.17

Der aus Ameis stammende Andreas Hobersdorfer wird in der oben abgebildeten „Kundschaft“ als 22 Jahre alt, von mittlerer Statur und mit schwarzem Haar beschrieben. Auch sein Dienstgeber, der Walterskirchner Fleischhackermeister Mathias Prokisch, gehörte der Mistelbacher Zunft an, und es wurde bestätigt, dass Hobersdorfer in den 26 Wochen, in denen er bei Prokisch beschäftigt war, gute Arbeit geleistet und Fleiß gezeigt hat.

Neben dem Altvater (=Vorstand) der Mistelbacher Fleischhackerzunft Joseph Kautz, unterzeichnete auch der in Mistelbach ansässige Fleischhackermeister Franz Koch als „Verordneter“ die Urkunde und darüber hinaus auch der Syndikus des damals bestehenden Mistelbacher Magistrats. Nachdem die Mistelbacher Fleischhackerzunft sehr bedeutend war und einige ihrer Mitglieder sehr wohlhabend waren, ist es jedenfalls denkbar, dass sie einen Künstler mit der Anfertigung dieses Kupferstichs eigens beauftragt haben.

Vieles an dieser Ansicht wirkt vertraut und ist leicht erkennbar: im Bildzentrum der weitläufige Hauptplatz mit der (etwas zu groß dargestellten) Dreifaltigkeitssäule, die Pfarrkirche samt Karner und dem umliegenden Friedhof – damals noch von einer massiven Befestigungsmauer umgeben, die Markt- und Pfarrstiege, das Barnabitenkolleg, die Bögen die den Durchgang zur Kirchengasse zieren und vieles mehr. Interessant ist auch die Darstellung von kleinen Bachläufen am rechten Bildrand im Bereich der Frohnerkreuzung bzw. in der Mitscha- und Wiedenstraße. Im Spitalsviertel (rund um die Elisabethkirche) gab es damals mehrere solcher kleinen Rinnsale, die in die Mistel bzw. die Zaya mündeten und sicherlich auch als Vorläufer einer Kanalisation zweckentfremdet wurden. Im Bereich hinter der rechten Häuserzeile der Mitschastraße (stadtauswärts) findet sich übrigens auch heute noch ein kleines Bächlein, das ab der Haydngasse verrohrt und unterirdisch in die Zaya fließt.

Nicht korrekt erscheint hingegen die Darstellung des Südendes des Hauptplatzes: Das untere Markttor wird sehr breit dargestellt und die Hafnerstraße wirkt lediglich wie ein etwas schmalerer Fortsatz des Hauptplatzes. Es ist jedoch gut dokumentiert, dass die Hafnerstraße in ihrem heutigen Verlauf bereits seit Jahrhunderten, wahrscheinlich sogar seit der Anlage des neuen Marktes (=Hauptplatz) an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert in dieser Form besteht. Gut erkennbar ist auch die Befestigungsmauer, die das Marktviertel damals umgab. Die Stadtmauer diente übrigens weniger der Verteidigung – im Angriffsfall zog man sich in die von starken Befestigungsmauern umgebene Pfarrkirche zurück bzw. floh in die umliegenden Wälder – sondern vielmehr der Sicherheit vor Dieben und anderen unerwünschten Eindringlingen. Das Marktviertel war über folgende Tore zugänglich: das „obere Markttor“ (auch „Staatzer Tor“ genannt) in der Oberhoferstraße befand zwischen den einander gegenüberliegenden Häusern Oberhoferstraße Nr. 5 und Nr. 16, das bereits erwähnte „untere Markttor“ (auch „Wiedentor“ genannt) lag an der Einmündung der Hafnerstraße in die „Frohner“-Kreuzung, sodass das über Jahrhunderte bestehende Gasthaus „zum weißen Rössl“ (heute: Asia Restaurant) bereits außerhalb der Stadtmauer lag. Weitere (kleinere) Tore befanden sich in der Museumsgasse (damals Dienergassl genannt), an der Einmündung der Kirchengasse zum Hauptplatz und neben dem alten Rathaus (heute: Erste Bank) auf der Westseite des Hauptplatzes sowie in der Marktgasse. 1843 wurden die Tore der Stadtmauer abgebrochen und da die Stadtmauer sonst nirgendwo frei stand und in die Hausmauern integriert war bzw. später wurde, existieren heute keinerlei sichtbar Spuren mehr.18

Nachfolgend werden einige interessante Details aus der Darstellung herausgegriffen. Die sehr genau dargestellte, 1680 errichtete, Dreifaltigkeitssäule wird dabei bewusst ausgespart, da sie sich im Lauf der Jahrhunderte nur wenig verändert hat und weiterhin den Hauptplatz ziert.

Pranger

Der Pranger an seinem einstigen Standort inmitten des Mistelbacher Hauptplatzes

Der auf der Ansicht abgebildete Pranger (Schandsäule) inmitten des Hauptplatzes soll im 16. Jahrhundert errichtet worden sein, doch nachdem Mistelbach jedoch bereits Jahrhunderte zuvor Gerichtssitz war, dürfte auch zuvor bereits ein Pranger existiert haben – möglicherweise aus Holz. Das Prangerstehen war mit öffentlicher Demütigung und Ehrverlust verbunden und folgende Vergehen wurden damit bestraft: Diebstahl von Feldfrüchten/Tieren/Holz, Raufereien, Fluchen, Gotteslästerung, Ehebruch, Unzucht, Trunkenheit. Je nach Straftat wurden die „Missetäter“ dann noch öffentlich vom Gerichtsdiener bzw. Freimann malträtiert oder verstümmelt. Die links am Pranger hängende Steinkugel hieß „Bagstein“ und wurde samt der Kette dem Delinquenten angelegt. Es handelte sich dabei laut Franz Thiel vor allem um eine Strafe für „streitsüchtige, zänkische Weiber, die ein loses Mundwerk“ hatten. Später wurde statt dem Bagstein die Brechel („Schandgeige“) zur Bestrafung kleinerer Vergehen eingesetzt. Rechts am Prager ist eine aus Blech gefertigte Fahne zu erkennen, und dieses sogenannte Freiungzeichen wurde zwei Wochen vor einem Jahrmarkt am Pranger angebracht und blieb dort auch die beiden Wochen danach. Es signalisiert, dass in diesem Zeitraum begangene Straftaten im doppelten Ausmaß bestraft wurden. Jahrmärkte mit vielen auswärtigen Händlern lockten naturgemäß viele Besucher aus nah und fern an, und dies bot wiederum allerhand Gelegenheit für Diebstahl, Gewaltdelikte und Betrügereien. Durch die Erhöhung des Strafmaßes in dieser Zeit sollten Kriminelle abgeschreckt werden.

Im Jahre 1776 wurden die Prangerstrafen in Österreich abgeschafft, doch blieb der Pranger bis 1855, als er schließlich abgetragen wurde, auf dem Mistelbacher Hauptplatz stehen. Baumaterial war kostbar und wurde gerne wiederverwendet, aber der Pranger galt über Jahrhunderte als mit Verbrechen verknüpft und selbst eine Berührung als unehrenhaft. Es mag also sein, dass sich lange Zeit niemand für den abgetragenen Schandsäule interessierte und erst Jahrzehnte später sollen seine Überreste 1890 zu Stufen im alten Kasino verarbeitet worden sein. Beim Kasino handelte es sich um das ehemalige Schießstattgebäude beim Stadtpark, das in den 1960er Jahren abgebrochen wurde und an dessen Stelle das Feuerwehrhaus bzw. dessen Nebengebäude (ehemalige Bücherei) errichtet wurden. Nach mühsamen Recherchen des unter der Leitung von OSR Fritz Bollhammer stehenden Kultur- und Verschönerungsvereins soll es in den 1950er gelungen sein, die im Kasino verbauten Reste des Prangers wieder aufzufinden und zu bergen. Nach einer aufwändigen Rekonstruktion, gestaltete sich die Standortsuche wider Erwarten als schwierig, denn offenbar wollte niemand den Pranger, der an dunkle Zeiten der Gerichtsbarkeit erinnerte, in seiner Nähe haben. Schließlich fiel die Wahl auf den Stadtpark und der wiedererrichtete Pranger soll zu 60 % aus dem Steinmaterial des historischen Prangers bestehen. Die Authentizität dieser Angabe bzw. die Geschichte des glücklichen Wiederauffindens des Prangers wurde von Zeitgenossen durchaus in Zweifel gezogen, und beispielsweise in einem kleinen Gedicht in der Mistelbacher-Laaer-Zeitung – in dem auch die „schwierige“ Standortsuche Erwähnung findet – spöttisch thematisiert.19

 

Der rekonstruierte Pranger im Mistelbacher Stadtpark im Jahre 1987

Der rekonstruierte Pranger im Mistelbacher Stadtpark im Jahre 1987

Gemeindebrunnen & Feuergeräteschuppen

Gemeindebrunnen & Feuergeräteschuppen

 Am Südende des Hauptplatzes sehen wir den Gemeindebrunnen („Pavillon“ mit Seilzug) dargestellt, und davor den Feuergeräteschuppen, in dem Leitern, Feuerhaken und Eimer für Löschwasser aufbewahrt wurden.20 Zur Entwicklung des Feuerwehrwesens darf in diesem Zusammenhang auf den Beitrag zum Florianiplatz verwiesen werden.

 Altes Rathaus

Das alte Rathaus an der Westseite des Hauptplatzes, das 1874 abgebrochen wurde.

 Etwa um 1580 kauften die Mistelbacher der liechtensteinischen Herrschaft das Gemeindeschenkhaus ab und ließen einen Turm an das Gebäude anbauen, das jedenfalls ab diesem Zeitpunkt auch Sitz der Gemeindeverwaltung war. Dieses alte Rathaus mit seinem Turm wurde 1874 abgebrochen und durch das „Hotel Rathaus“ ersetzt, dass wiederum in den 1960er Jahren dem Neubau der Sparkasse Mistelbach (heute: Erste Bank) weichen musste. Bereits im Jahre 1901 war die Gemeindeverwaltung in das neuerrichtete Amtsgebäude am Nordende des Hauptplatzes übersiedelt. Die Form des Daches bzw. der Spitze des alten Rathausturms diente als Vorbild bei der Neugestaltung des gegenwärtigen Rathauses durch Architekt Viktor Kraft im Jahre 1974.21

vor 1874: Die nordwestliche Ecke des Mistelbacher Hauptplatzes mit dem alten Rathaus und der Dreifaltigkeitssäule

vor 1874: Die nordwestliche Ecke des Mistelbacher Hauptplatzes mit dem alten Rathaus und der Dreifaltigkeitssäule

Ölberggruppe, Kreuzigungsgruppe, Kapelle an der Pfarrstiege

Kleindenkmäler auf dem Kirchenberg: Ölberggruppe (1), Kreuzigungsgruppe (2), Kapelle der heiligen Familie an der Pfarrstiege (3)

Ölberggruppe (1), Kreuzigungsgruppe (2), Kapelle der heiligen Familie an der Pfarrstiege (3)

Ölberggruppe22 Der Mistelbacher Bildhauer Johannes Frantz schuf im Jahre 1682 diese Figurengruppe, die Christus beim Gebet am Ölberg, umgeben von schlafenden Jüngern sowie einen Engel, zeigt. Die Sandsteinfiguren waren ursprünglich mit Ölfarben bunt bemalt. Gestiftet wurde dieses Denkmal von dem pfarrholdischer Grundrichter und Fleischhauer Tobias Grätzer, der damit seine Dankbarkeit zum Ausdruck brachte, dass er von der Pest verschont geblieben war. Die Ölbergszene ist ebenso wie die Kreuzigungsgruppe Teil des Kreuzwegs am Kirchenberg, zu dem außerdem die nahe gelegenen Figuren kreuztragenden Christus sowie Christus als Schmerzensmann (früher vorm Benefiz) gehören.

Jesus am Ölberg mit schlafenden Jüngern - Figurengruppe am Kirchenberg

Christus am Ölberg mit schlafenden Jüngern – Figurengruppe am Kirchenberg

Kreuzigungsgruppe23

Der bereits erwähnte Bildhauer Frantz schuf diese Figurengruppe im Jahre 1675 im Auftrag des Lederermeisters und zeitweiligen Marktrichters Jakob Zerritsch und dessen Gattin Maria. Erstaunlich ist, dass das Kreuz mit dem Corpus Christi aus Holz geschaffen wurde und nicht wie die übrigen Figuren (Maria, Maria Magdalena und Johannes) aus Stein.

Kreuzigungsgruppe unterhalb der Pfarrkirche

Kreuzigungsgruppe unterhalb der Pfarrkirche

Kapelle der heiligen Familie24
Diese etwa auf halber Höhe der Pfarrstiege befindliche Kapelle stammt aus dem Jahr 1679.

Die 1679 errichtete Kapelle "Zur Heiligen Familie" bei der Pfarrstiege

Die 1679 errichtete Kapelle „Zur Heiligen Familie“ bei der Pfarrstiege

 

Barockschlössl

Das in den 1730er Jahren errichtete Barockschlössl samt dem daneben befindlichen Presshaus zu Ende des 18. Jahrhunderts

Das in den 1730er Jahren von dem Steuereinnehmer und Marktrichter Maximilian Devenne errichtete Barockschlössl samt dem daneben befindlichen Presshaus ist am linken unteren Bildrand zu erkennen. Nähere Details zur Entstehung dieses Gebäudes bzw. zu seinem Errichter findet sich im Beitrag zur Mistelbacher Bürgerfamilie Devenne

Pestsäule („Totenleuchte“)25

Die Pestsäule an ihrem ursprünglichen Standort beim alten Pestfriedhof nahe der Bahnstraße

Etwas unscheinbar, rechts unten im Bild zeigt uns die Ansicht den ursprünglichen Standort der Pestsäule auf einer kleinen Anhöhe, die heute in Gärten bzw. Höfen von Häusern zwischen Franz Josef-Straße/Gewerbeschulgasse/Quergasse/Bahnstraße liegt. Die Bebauung der Bahnstraße entwickelte sich zunächst langsam im Laufe des 19. Jahrhunderts und nahm erst nach der Errichtung der Eisenbahnlinie 1870 an Fahrt auf. Früher lag also auch der untere Bereich der Bahnstraße außerhalb des Ortsgebiets und hier wurde die Pesttoten begraben. Grabungsarbeiten in diesem Bereich brachten zahlreiche, fein säuberlich nebeneinander bestattete menschliche Skelette zum Vorschein, und überhaupt dürfte diese Anhöhe, die Ende des 19. Jahrhunderts umgangsprachlich auch „Ewinger-Bergl“ genannt wurde, erst durch Anschüttungen im Zuge der Beisetzung der zahlreichen Toten entstanden sein. Die auch „Totenleuchte“ genannte Säule im gotischen Stil, deren Entstehung auf die Zeit zu Anfang des 15. Jahrhunderts datiert wird, war also den Pesttoten gewidmet bzw. markierte den Pestfriedhof. 1898 wurde die Pestsäule schließlich auf die Franz Josefs-Höhe in der neu Liechtensteinanlage auf dem Kirchenberg versetzt (siehe hierzu Kaiser Franz Joseph I. und Mistelbach). 1985 wurde die Säule aufwändig renoviert und befindet sich seither auf dem Europaplatz (vormals Conrad von Hötzendorf-Platz) vor der heutigen Polytechnischen Schule und damit unweit ihres ursprünglichen Standorts.

Die Pestsäule an ihrem Standort bei der Franz Josefs-Höhe in der Liechtensteinanlage auf dem Kirchenberg, vermutlich im Jahr 1898

Die Pestsäule an ihrem Standort bei der Franz Josefs-Höhe in der Liechtensteinanlage auf dem Kirchenberg, vermutlich im Jahr 1898

 

Die Pestsäule an ihrem heutigen Standort vor der Polytechnischen Schule am Europaplatz

Die Pestsäule an ihrem heutigen Standort vor der Polytechnischen Schule am Europaplatz

alte Spitalskirche26

Die alte Spitalskirche an ihrem Standort, mitten auf der Fahrbahn der heutigen Mitschastraße etwa auf Höhe zwischen Postamt und der mittlerweile abgebrochenen Diskothek "Touch me".

Die in frühgotischem Stile zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtete Spitalskirche (= Elisabethkirche) findet sich am rechten Bildrand und sie ist im Vergleich zu den anderen Kirchengebäuden sehr vereinfacht und wenig detailliert dargestellt. Ihre Ausrichtung und Lage inmitten der Fahrbahn der heutigen Mitschastraße ist jedoch akkurat dargestellt. Die alte, bereits baufällige Kirche wurde im Jahre 1904 abgebrochen und aus verkehrstechnischen Gründen etwas versetzt und in modernem Stil im Jahre 1905 im Kreuzungsbereich Mitschastraße/Oserstraße wiedererrichtet. Während des Zweiten Weltkriegs fanden hier erstmals evangelische Gottesdienste statt und 1965 erwarb die evangelische Gemeinde die Elisabethkirche von der Stadtgemeinde Mistelbach. Ursprünglich eine katholische Kirche und Teil des von einem der Herren von Mistelbach gestifteten Spitals (=Fürsorgeanstalt), diente bereits die alte Spitalskirche während der Reformationszeit zeitweilig als evangelisches Gotteshaus.

Rätselhaftes Gebäude am linken Bildrand

ein mysteriöses Gebäude am linken Bildrand - vielleicht der Mitterhof?

Mittig am äußersten linken Bildrand findet sich ein rätselhaftes, großes Gebäude mit Dreieckgiebel und einem kleinen Türmchen (ähnlich dem Kollegsgebäude). Gemäß der Darstellung müsste sich dieses Gebäude in der Oberhoferstraße befunden haben, allerdings kann die Existenz eines solchen Gebäudes hier definitiv ausgeschlossen werden. Handelt es sich möglicherweise um eine etwas südwärts ins Bild gerückte Darstellung des Mitterhofes, eines Freihofs, der sich einst auf dem Areal des heutigen Museumszentrums, befand?

Die in diesem Beitrag behandelte Darstellung wurde im Laufe der Zeit immer wieder zur Illustration der Geschichte Mistelbachs herangezogen:

Etwa 1901 als Teil dieser Postkarte. Interessanterweise bereits damals (also zum Zeitpunkt des Erscheinens der Geschichte der Stadt Mistelbach) mit akkurater Datierung

Etwa 1901 als Teil dieser Ansichtskarte. Interessanterweise bereits damals (also zum Zeitpunkt des Erscheinens der Geschichte der Stadt Mistelbach) mit akkurater Datierung

 

Vom Mistelbacher Heimatmuseum 1953 herausgegebene Ansichtskarte, die eine kolorierte Version des Kupferstichs zeigt<span id='easy-footnote-8-7487' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://www.mi-history.at/mistelbach-zu-ende-des-18-jahrhunderts-ein-alter-kupferstich/#easy-footnote-bottom-8-7487' title='Mistelbacher Bote, Nr. 18/1953, S. 4 (ONB: ANNO)'><sup>8</sup></a></span>. Gemäß den obigen Ausführungen darf die falsche zeitliche Zuordnung (ca. 1650) nicht verwundern.

Vom Mistelbacher Heimatmuseum 1953 herausgegebene Ansichtskarte, die eine kolorierte Version des Kupferstichs zeigt27. Gemäß den obigen Ausführungen darf die falsche zeitliche Zuordnung (ca. 1650) nicht verwundern.

Der Kupferstich diente auch als Vorbild für ein von Prof. Kaindl geschaffenes Mosaik, dass die Fassade des an das Feuerwehrhaus angrenzenden Gebäudes, in dem früher die Stadtbücherei vor ihrer Übersiedlung in den Stadtsaal untergebracht war, ziert.28

Fälschlicherweise ist hier das Jahr 1750 angeführt, wie obenstehend ausführlich dargestellt zeigt es das Erscheinungsbild des Marktes zu Ende des 18. Jahrhundert.

Fälschlicherweise ist hier das Jahr 1750 angeführt, wie obenstehend ausführlich dargestellt zeigt es das Erscheinungsbild des Marktes zu Ende des 18. Jahrhundert.

 

Bildnachweise:

-) Handwerkskundschaft: Online verfügbar in den Beständen des Stadt- und Landesarchivs Wien – Signatur 2.8.A1.2.40
-) die beiden Ansichtskarten: Sammlung von Herrn Gerhard Lichtl, digitalisiert von Otmar Biringer
-) Foto Pranger 1987 und alte Ansicht Hauptplatz 1874: Göstl-Archiv
-) Abbildung Pestsäule 1898: Geschichte der Stadt Mistelbach von Karl Fitzka
-) Fotos Kreuzigungsgruppe, Familienkapelle, Ölberggruppe sowie das Mosaik am Nebengebäude des Feuerwehrhauses: Thomas Kruspel

 

Quellen:

Schulgasse (Ebendorf)

Von Thomas Kruspel 16. April 2026 Aus

Die Geschichte des hier verlaufenden Weges reicht weit zurück bevor die namensgebende Schule errichtet wurde.27 Dieser zunächst schlichte Feldweg diente bereits vor dem Anfang des 18. Jahrhunderts auf kaiserliche Anordnung erfolgten Ausbau der Brünner Straße zu einer der Hauptverkehrsachsen des Reichs, als Zubringer dieser Straße bzw. Verbindungsweg nach Schrick. Das Bestehen dieses Weges ist auch durch das Schicksal des Ebendorfer Landwirts Weinert überliefert, der 1679 mit seinem Pferdegespann aus Wien zurückkehrte. Damals wütete die Pest in der Hauptstadt und als er erste Krankheitssymptome kurz vor Erreichen seines Heimatortes bemerkte, schickte Weinert sein Fuhrwerk alleine weiter, um die tödliche Krankheit nicht nach Ebendorf einzuschleppen. Bei der damals angeblich bereits bestehenden, vor dem Ortsgebiet gelegenen und aus Holz erbauten Marienkapelle („Maria unter den Linden“), soll er fromm betend sein tödliches Schicksal erwartet haben. Zum Gedenken an sein vorausschauendes Handeln und zum Dank dafür, dass sie diesmal von der Pest verschont blieben, ließen die Ebendorfer die Kapelle neu aus Stein errichten und Weinert wurde bei der Kapelle begraben.29 So lautet die Geschichte laut Darstellungen aus der Zeit zu Ende des 19. Jahrhunderts (im Wesentlichen die Topographie von Niederösterreich (herausgegeben vom Verein für Landeskunde)).  Univ.-Prof. Dr. Herbert Mitscha-Märheim – zweifellos der profundeste Kenner der Geschichte Ebendorfs – schildert die damalige Begebenheit in seiner 1971 erschienenen „Kleinen Geschichte Ebendorfs“ geringfügig anders: laut ihm hieß der Ebendorfer Landwirt Weiner und die Kapelle sei erst nach dem Ableben Weiners entstanden. Nachdem die Kapelle im Jahr nach Weiners Tod neben dessen Grab zunächst als Holzbau errichtet worden war, soll sie erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Steinbau ausgeführt worden sein.30

Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Kapelle allerdings erst im Zuge eines von Gutsbesitzer Dr. Josef Mitscha von Märheim initiierten und finanzierten Neubaus, der schließlich im Jahre 1904 geweiht wurde. Die Kapelle wurde damals deutlich vergrößert und im Zuge von Fundamentierungsarbeiten wurde ein Skelett gefunden, bei dem es sich wohl um die Gebeine Weiner(t)s gehandelt haben dürfte. Sein Ableben lässt sich in den zu diesem Zeitpunkt bereits geführten Pfarrmatriken leider nicht nachvollziehen – allerdings haben Recherchen von Prof. Mitscha-Märheim belegt, dass es zu jener Zeit mehrere Personen mit diesem Nachnamen in Ebendorf gab. Das Sterbebuch aus jener Zeit ist zwar überliefert und nach den damals zur Pfarre Mistelbach gehörenden Gemeinden gegliedert, allerdings finden sich zu jener Zeit lediglich Einträge zu Mistelbach, Siebenhirten, Hüttendorf und Lanzendorf – Ebendorf fehlt.

Die Kapelle „Maria unter den Linden“ am oberen Ende der Ebendorfer Schulgasse unmittelbar nach ihrer Neuerrichtung im Jahre 1904 (Ausschnitt einer Postkarte aus dem Verlag Thomas Freund)Die Kapelle „Maria unter den Linden“ am oberen Ende der Ebendorfer Schulgasse unmittelbar nach ihrer Neuerrichtung im Jahre 1904 (Ausschnitt einer Postkarte aus dem Verlag Thomas Freund)

Die Ebendorfer Kinder besuchten bis in die 1870er die Schule in Lanzendorf. Da aber der Schulweg zwischen Ebendorf und Lanzendorf, die heutige Grubenmühlstraße, nur sehr schlecht befestigt war und die Kinder – von denen viele keine Schuhe hatten – oftmals durch die umliegende feuchte Au ausweichen mussten, bestand schon seit langem der Wunsch nach einer eigenen Schule. Die finanziellen Mittel der Gemeinde Ebendorf reichten dafür nicht aus und die Situation änderte sich erst als der bereits erwähnte Dr. Josef Ritter Mitscha von Märheim 1874 das Ebendorfer Schloss samt dem zugehörigen Gut erwarb. Er erklärte sich 1879 bereit die Kosten für die Errichtung eines Schulgebäudes und dessen Innenausstattung zu übernehmen. Schon im darauffolgenden Jahr konnte das Schulgebäude bestehend aus einem Klassenzimmer und einer Lehrerwohnung eingeweiht werden. Zehn Jahre später überstieg die Anzahl der Kinder den im Klassenraum verfügbaren Platz bereits deutlich und daher wurde die alte Lehrerwohnung in einen zweiten Klassenraum umgebaut sowie eine neue Lehrerwohnung zugebaut. Ab den 1920er Jahren sank die Zahl der Schulkinder und Anfang der 1930er Jahre wurde die Schule schließlich nur mehr einklassig geführt. Aufgrund Lehrermangels fand von 1941 bis 1945 in der Ebendorfer Schule kein Unterricht statt und die Kinder wurden der Mistelbacher Schule zugewiesen. 1945 gab es dann kurzzeitig gemeinsamen halbtägigen Unterricht abwechselnd in Lanzendorf und Ebendorf, ehe ab November 1945 dann wieder eigenständiger Unterricht in Ebendorf stattfand. Während die Schule von 1947 bis 1953 wieder zweiklassig geführt wurde, wurden die wenigen Schüler danach wieder zu einer einzigen Schulklasse zusammengefasst. 1966 folgte schließlich das Ende der Ebendorfer Schule, die wie viele andere kleine Dorfschulen im Zuge einer Schulreform geschlossen wurde und seither besuchen die Ebendorfer Kinder die Schule in Mistelbach.31

Die Ebendorfer Schule auf einer Ansichtskarte aus den 1930er JahrenDie Ebendorfer Schule auf einer Ansichtskarte aus den 1930er Jahren

Nachdem die umliegenden Dorfschulen geschlossen wurden und aufgrund starker Geburtenjahrgänge, herrschte in den Mistelbacher Pflichtschulen, die in der Bahnstraße (Mädchen) und Thomas-Freund-Gasse (Knaben) untergebracht waren, große Raumnot. Daher wurden Ende der 1960er Jahre auch die Räumlichkeiten der ehemaligen Ebendorfer Schule von der Mistelbacher Knaben-Hauptschule genutzt, bevor schließlich die Eröffnung eines eigenen Volksschulgebäudes in der Bahnzeile im Jahre 1971 Entlastung brachte. Ihre Rolle als Raumreserve für Mistelbacher Bildungseinrichtungen erfüllte die Ebendorfer Schule abermals im Schuljahr 1976/77 als die neu eröffnete Mistelbacher Handelsakademie und Handelsschule – zunächst lediglich eine Expositur der BHAK und BHAS Korneuburg – in der alten Ebendorfer Schule untergebracht war. Dieses Provisorium überbrückte den Zeitraum bis zur Übersiedlung in das damals noch in Bau befindliche Bundesschulzentrum, das mit dem darauffolgenden Schuljahr eröffnet werden konnte.32

Im Zuge der Einführung offizieller Straßenbezeichnungen in Ebendorf mit Beschluss des Mistelbacher Gemeinderates vom 27. Juni 1979 erhielt diese Straße, den zweifellos seit Ende des 19. Jahrhunderts umgangssprachlich gebräuchlichen Namen „Schulgasse“ nunmehr offiziell.33 Die alte Ebendorfer Schule wird seit Jahrzehnten von verschiedenen Ebendorfer Vereinen genutzt und dient auch als Veranstaltungsort.

Der auf Höhe des Schulgebäudes beginnende und parallel zur Schulgasse verlaufende Promenadenwege zur Marienkapelle wurde im Zuge des Neubaus der Kapelle im Jahre 1904 angelegt. An markanten Gebäuden weist die Schulgasse zum einen den als Wahrzeichen Ebendorfs fungierenden, 1879 errichteten, Glockenturm an der Einmündung zur Ebendorfer Hauptstraße auf, sowie eine 1903 im damaligen Stil von Gutsbesitzer Dr. Josef Mitscha von Märheim errichtete Villa an der Adresse Schulgasse Nr. 11 auf.34 Außerdem befindet sich neben dem Schulgebäude das 1922 errichtete Kriegerdenkmal.

Wo befindet sich die Schulgasse (Ebendorf)?

 

Bildnachweis:
-) Sammlung des Autors

Quellen:

Oberhoferstraße

Von Thomas Kruspel 4. April 2026 Aus

Die Entstehung der Oberhoferstraße ist wohl in die Zeit der Gründung Mistelbachs zu verorten bzw. muss sie bald danach angelegt worden sein. Wahrscheinlich reicht die Geschichte dieser Straße jedoch noch weiter zurück, denn entlang von Flüssen und Bächen verliefen seit jeher Wege. Das weltliche und geistliche Machtzentrum der im 11. Jahrhundert gegründeten Ansiedlung Mistelbach befand sich auf dem Kirchenberg. Für die Errichtung von Bauernhöfen in der damals üblichen Form eignete sich eine Hanglage allerdings nicht und daher entstand im Tal, das der Mistelbach in den Höhenrücken des Zayatals schneidet, der bäuerlich geprägte Ortsteil – das sogenannte „Dorf“.

Die Höfe wurden zeilenförmig angeordnet und sofern nicht bereits im Zeitpunkt der Gründung so angelegt, entwickelte sich bald die damals übliche Form eines Angersdorfs, das aus zwei gegenüberliegenden Häuserzeilen – der linken Seite der Oberhoferstraße (ungerade Hausnummern) und der rechten Seite der Waldstraße (gerade Hausnummern) – bestand. Der weitläufige, von der Mistel durchflossene Anger dazwischen, diente einerseits als Hochwasserschutz und wurde andererseits auch für (Obst)gärten und als Auslauffläche für Hühner und Gänse genutzt.35 Das „Dorf“ erstreckte sich zwischen der Steinernen Brücke (Kreuzung Oberhoferstraße/Waldstraße) – dem nördlichen Ortsende – und dem im Süden angrenzenden Wiedenviertel. Die (obere) Franz Josef-Straße und die (obere) Winzerschulgasse bildeten als „Hintausstraßen“ die Grenzen der Höfe, wo sich die zugehörigen Scheunen und Keller befanden. Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgte schrittweise die weitgehende Verbauung des alten Dorfangers mit Kleinhäusern und damit erhielt die Oberhoferstraße ihre rechte Häuserzeile bzw. ihre endgültige Form.36

Univ.-Prof. Dr. Adalbert Klaar vertritt in seinem Beitrag „Die Siedlungsform von Mistelbach“ im anlässlich der Feierlichkeiten zu „100-Jahre-Stadterhebung“ erschienenen Buch „Mistelbach Geschichte Band I“ die auf Vorarbeiten von Prof. Hans Spreitzer37 basierende These, dass die Oberhoferstraße und die Kreuzgasse ursprünglich ein zusammenhängender Straßenzug gewesen seien.38 Für diese plausible Theorie spricht die Tatsache, dass die Oberhoferstraße sonst im Nirgendwo geendet hätte, denn der heutige Mistelbacher Hauptplatz wurde erst an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert neu angelegt. Der zuvor genutzte alte Marktplatz lag am Kirchenberg in unmittelbarer Nähe zur Burg. Das abrupte Ende der ebenfalls sehr alten Kreuzgasse bei ihrer Einmündung in die Kirchengasse wirkt ebenfalls unvermittelt und die Tatsache, dass sich problemlos eine Verbindung zwischen diesen Straßen denken bzw. wie unten sichtbar, auch darstellen lässt, scheint diese These zu stützen. Ein durchgehender Straßenzug bestehend aus Kreuzgasse und Oberhoferstraße als wichtige Nord-Süd-Achse hätte durch ihren Verlauf auch eine direkte Anbindung an die Straße Richtung Wilfersdorf geboten.

Bildeten die Oberhoferstraße und die Kreuzgasse vor der Entstehung des Mistelbacher Hauptplatzes einen gemeinsamen Straßenzug?

■ Oberhoferstraße
■ Kreuzgasse
■ Verbindung zwischen Oberhoferstraße und Kreuzgasse

Der planmäßig angelegte „neue“ Markt, also die Häuser am Hauptplatz, war von einer in die Gebäude integrierten Befestigungsmauer umgeben, deren Hauptzweck weniger die Verteidigung, sondern vielmehr der Schutz vor Dieben und anderen dubiosen Gestalten war. Natürlich verfügte diese Mauer an den Zufahrtsstraßen zum Markt über Tore und eines der großen Tore befand sich in der Oberhoferstraße. Da die Oberhoferstraße in früherer Zeit als „Staatzer Straße“ bezeichnet wurde, nannte man diesen zwischen den einander gegenüberliegenden Häusern Oberhoferstraße Nr. 5 und Nr. 16 gelegenen Eingang zum Markt „Staatzer Tor“ oder auch „Oberes Markttor“. 1843 wurden sämtliche Tore der mittlerweile unzeitgemäßen und den Markt einengenden Befestigungsmauern entfernt.39

Erst im Jahre 1898 wurden in Mistelbach offiziell Straßenbezeichnungen eingeführt und die Straße, die Gegenstand dieses Beitrags ist, wurde nach dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Lederermeister und Marktrichter Paul Oberhoffer benannt.40 Natürlich gab es auch bereits zuvor informelle Straßenbezeichnungen, die der Orientierung dienten, allerdings war die Benennung nach Personen gänzlich unüblich. Eine Ausnahme scheint hier die Oberhoferstraße zu bilden, deren erste Erwähnung bereits für die 1880er Jahre belegt ist.41 Da Prof. Spreitzer, der die Urbarien der Grundherrschaften und die Grundbücher ausgiebig untersucht hat, als ältere Bezeichnung für diese Straße in seinen Arbeiten lediglich die Namen „Staatzer Straße“ bzw. „beim Staatzertor“ anführt, bleiben die Anfänge des Namens „Oberhoferstraße“ bzw. dessen zeitliche Entstehung unklar. Marktrichter Oberhoffer hatte sich große Verdienste in einem langwierigen Rechtsstreit mit der liechtensteinischen Herrschaft um den Mistelbacher Gemeindewald erworben und da die gegenständliche Straße aus dem Markt in Richtung des Waldes führte, bot sich diese Namensgebung zum Gedenken an Oberhoffer an.

Um die Jahrhundertwende findet sich oftmals die Schreibweise Oberhofferstraße, weil man der Meinung war, dass der Marktrichter aus dem 17. Jahrhundert sich so schrieb, aber tatsächlich finden sich auch zu seinen Lebzeiten Schreibweisen mit nur einem f und auch eine frühe Erwähnung der Bezeichnung „Oberhoferstraße“ aus dem Jahre 1890 findet sich ohne die Doppelung. Die Straße ist bis heute Teil der zentralen Nord-Süd-Achse durch die Stadt und aufgrund ihrer Lage ließen sich zahlreiche Gewerbetreibende, insbesondere im unteren Teil der Straße, nieder. Die Oberhoferstraße war also über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Geschäftsstraßen Mistelbachs, hat diese Stellung im Zuge tiefgreifender Veränderungen in Handel und Gewerbe, die sich weder auf Mistelbach noch auf die Oberhoferstraße beschränken, in den letzten Jahren jedoch verloren.42

Nachfolgend ein paar Anmerkungen zu geschichtsträchtigen Häusern in der Oberhoferstraße:

Oberhoferstraße 1a: ursprünglich gehört dieser Grund zum Gasthaus „zum goldenen Ochsen“, dass 1900 zwecks Errichtung des neuen Rathauses am Nordende des Hauptplatzes abgerissen wurde. Im Zuge des Abbruchs des Gasthauses kam es zu einer Grundteilung und auf dem hinteren Areal wurde schließlich 1908 das k.k. Eichamt errichtet.43 Das Eichamt übersiedelte später und 1977 wurde das alte Gebäude abgebrochen, um Parkplätze für die Bezirkshauptmannschaft zu schaffen.

Die untere Oberhoferstraße im Jahre 1908 auf einer Ansichtskarte aus dem Verlag Anton Kapitan. Auf der rechten Seite mit dem schönen Giebel (grau mit weißem Dekor) das alte Eichamt, und dahinter in seiner ursprünglichen roten Farbe das RathausDie untere Oberhoferstraße im Jahre 1908 auf einer Ansichtskarte aus dem Verlag Anton Kapitan. Auf der rechten Seite mit dem schönen Giebel (grau mit weißem Dekor) das alte Eichamt, und dahinter in seiner ursprünglichen roten Farbe das Rathaus

Oberhoferstraße 6: hier befand sich ab 1890 die Buchdruckerei Krapfenbauer (später Kränzle bzw. Hornung) und über die meiste Zeit ihres Bestands befand sich hier die Verwaltung und Redaktion der Lokalzeitung „Mistelbacher Bote“. Als die Druckerei 1958 aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste, kam auch das Ende des „Mistelbacher Bote“. Zwischen den Häusern Oberhoferstraße Nr. 2-4 und Nr. 6 verläuft der Rollerweg, dessen Entstehungsgeschichte ausführlich im verlinkten Beitrag behandelt wurde.

Oberhoferstraße Nr. 15: Das Gasthaus „zur goldenen Krone“ bestand jedenfalls bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts und hatte seit der Zeit Maria Theresias das Recht die Krone im Gasthausschild zu führen. Ähnlich dem Gasthaus „zum weißen Rössl“ lag es einst vor einem der großen Markttore und damit außerhalb des eigentlichen Marktes. 1929 wurde das Gasthaus ausgebaut und von der Familie Heindl das erste Tonkino der Stadt eröffnet. Der Kinosaal war über viele Jahrzehnte der größte Veranstaltungsraum in Mistelbach und wurde vielfältig genutzt. Mehr zur Entstehung dieses Kinos im Beitrag: Kino in Mistelbach

Oberhoferstraße Nr. 16: hier befand sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein Gast- bzw. Kaffeehaus. Es handelte sich um das erste Kaffeehaus in Mistelbach und nähere Informationen dazu finden sich im Beitrag Kaffeehaus – Bahnstraße Nr. 5. Das Gasthaus existierte bis in das Jahr 1976.

Oberhoferstraße Nr. 41: Die „Milchkammer“ – Sitz der offenbar 1908 gegründeten Mistelbacher Milch- bzw. Molkereigenossenschaft. Nach der 1927 erfolgten Eröffnung der großen Zentralgenossenschafts-Molkerei in der Nähe des Staatsbahnhofs, dürfte die alte Milchkammer nur mehr als Milchsammelstelle für die im „Dorf“ befindlichen Höfe gedient haben bzw. wurden hier bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auch bestimmte Erzeugnisse, wie zB Molke (zum Verzehr oder als Futtermittel) vertrieben.

Oberhoferstraße Nr. 99: Das von Forstmeister Martin Sklenař jun. errichtete Haus war bis 1957 auch Sitz der Forstverwaltung der Gemeinde. Mehr zur Geschichte der Försterdynastie findet sich im Beitrag Försterfamilie Sklenař

Oberhoferstraße Nr. 115-117: Etwas nach hinten versetzt und aufgrund eines dicht bewachsenen, weitläufigen (Vor)Gartens von der Straße aus nicht einsehbar befindet sich eine 1908 vom damaligen Direktor der Landeswinzerschule Johann Kargl errichtete Villa, der einst auch ein landwirtschaftlicher Betrieb angeschlossen war. Mehr Informationen zur Entstehungs- bzw. Besitzgeschichte dieser Villa findet sich im Beitrag zur Dr. Körner-Straße

Wo befindet sich die Oberhoferstraße?

 

Bildnachweis:
Sammlung von Herrn Gerhard Lichtl, digitalisiert von Otmar Biringer

Quellen:

Rupprecht, Dr. Georg

Von Thomas Kruspel 24. Oktober 2025 Aus

Medizinalrat Dr. Georg RupprechtDr. Georg Rupprecht in den 1950er Jahren

* 6.6.1902, Mönchhof
† 4.4.1959, Mistelbach

Georg Rupprecht wurde 1902 als Sohn des Landwirts Michael Rupprecht und dessen Gattin Theresia, geb. Sänftner, in Mönchhof im burgenländischen Seewinkel geboren.43 Er war der älteste Sohn der Familie und wuchs zusammen mit einem Bruder und einer Schwester auf. Das heutige Burgenland war damals Teil der ungarischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie und die dort lebenden Minderheiten – darunter auch die Deutschen in Westungarn – waren einem großen Magyarisierungsdruck ausgesetzt. Als wirksames Werkzeug hierzu nutzten die ungarischen Nationalisten die Schulen und so fand etwa in der Volksschule Mönchhof – trotz beinahe ausschließlich deutschsprachiger Bevölkerung – der Unterricht bereits ab dem Jahr 1893 nur in ungarischer Sprache statt.44 Von 1908 bis 1914 besuchte Rupprecht die Volksschule in seinem Heimatort und nur die Fürsprache des Pfarrers, der die Begabung des Schülers erkannte, ermöglichte ihm den Zugang zu höherer Bildung. Somit kam Rupprecht erst im Alter von 12 Jahren an das königliche katholische Obergymnasium in Pressburg (Bratislava), denn die heutige slowakische Hauptstadt war so wie das Burgenland Teil des ungarischen Königreichs.45 Im Zuge des Zerfalls der Monarchie nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg löste sich die Slowakei von Ungarn und wurde Teil der Tschechoslowakischen Republik. Dies hatte auch Folgen für „György Ruprecht“, wie er in den Jahresberichten seines Pressburger Gymnasiums auf Ungarisch genannt wurde, denn die Schule deren 6. Klasse er besuchte wurde zu einem tschechoslowakischen Gymnasium.46 Der Unterricht erfolgte nunmehr in der Nationalsprache dieses jungen Staates, allerdings wurden die höheren Klassen auch in ungarischer Sprache weitergeführt, um den bisherigen Schülern den weiteren Besuch zu ermöglichen. Diese aufwändige Doppelgleisigkeit dürfte wahrscheinlich nicht lange gewährt haben und neben der geänderten Sprache dürfte wohl auch die Tatsache, dass sich seine Schule nunmehr in einem anderen Staat befand, einen Schulwechsel nahegelegt haben. Rupprecht absolvierte seine letzten beiden Schuljahre schließlich in Budapest am königlich katholischen Obergymnasium im 1. Bezirk (Budvar), dessen Name in seinem letzten Schuljahr in „Stephan-Verböczy-Obergymnasium“ geändert wurde. Die Reifeprüfung legte er an dieser Schule im September 1922, und somit ein Jahr nachdem das Burgenland ein Teil Österreichs geworden war, ab.47

Daran anschließend nahm er das Studium der Humanmedizin an der Universität Wien auf, doch nachdem er seine gesamte Schulbildung auf Ungarisch absolviert hatte, bereitete ihm die deutsche Sprache anfänglich große Schwierigkeiten. Obwohl es sich um seine Muttersprache handelte, war es zweifellos schwer einem Studium zu folgen, Fachliteratur zu lesen bzw. selbst Arbeiten zu verfassen, wenn man diese Sprache im Wesentlichen nur in der in Familie und Dorf gepflogenen und vom Dialekt geprägten Form erlernt hat. Das Zählen und Rechnen auf Ungarisch hatte Rupprecht derart internalisiert, dass er es zeitlebens beibehielt. Während der Sommerferien des Jahres 1925 gründete er gemeinsam mit anderen burgenländischen Studenten die katholische deutsche Studentenverbindung Peisonia, zunächst als Ferialverbindung in Frauenkirchen. Doch schon wenige Wochen später, am 15. Oktober 1925, wurde diese Verbindung von ihren Gründern in eine Semestralverbindung mit Sitz in Wien umgewandelt. Der Verbindungsname leitet sich vom lateinischen Namen des Neusiedlersees ab und wenig überraschend waren daher Studenten aus dem Burgenland Zielgruppe dieser Vereinigung. 1929 folgte schließlich die Umbenennung dieser bis heute existierenden Korporation in „Austro-Peisonia“, die sich schließlich 1958 dem Österreichischen Cartellverband (ÖCV) – dem Dachverband der katholischen akademischen Studentenverbindungen – anschließen sollte.

Georg Rupprecht als Student im Couleur der von ihm mitgegründeten katholischen Studentenverbindung "Austro-Peisonia" WienGeorg Rupprecht als Student im Couleur der von ihm mitgegründeten katholischen Studentenverbindung „Austro-Peisonia“ Wien

Zu seinen Professoren an der medizinischen Fakultät zählte unter anderem der berühmte österreichische Chirurg Anton von Eiselsberg und am 8. November 1928 wurde er zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert.48 Dieser Tag hätte für die Familie Rupprecht ein Tag der Freude werden sollen, aber während die Eltern aufgrund der Promotion in Wien weilten, brach ein Feuer in einer Scheune aus und richtete großen Schaden im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie an.49

Der Medizinstudent Georg Rupprecht (rotes X) während eines AnatomiekursesDer Medizinstudent Georg Rupprecht (rotes X) während eines Anatomiekurses

Nach seiner Promotion hospitierte Dr. Rupprecht zunächst kurzzeitig im Kinderspital St. Joseph im 4. Wiener Gemeindebezirk, ehe er ab Dezember 1928 als Assistenzarzt an das allgemeine öffentliche Krankenhaus in Waidhofen an der Ybbs wechselte. Seine Tätigkeit in Waidhofen dauerte zwar nur bis zum Mai des Jahres 1931, doch hatte sie über diesen Zeitraum hinausgehende Bedeutung, denn hier lernte er seine spätere Ehefrau kennen. Am 30. Oktober 1932 schloss Dr. Rupprecht mit der Postbeamtentochter Hildegard Lenz in Baden bei Wien den Bund der Ehe.50 Dieser Ehe sollten drei Söhne und eine in Mistelbach geborene Tochter entstammen.

Bereits im Juni 1931 war er in seine Heimat zurückgekehrt und wurde praktischer Arzt in Neusiedl am See, offenbar jedoch nur Vertretungsweise.51 Ein Jahr später übernahm er die Stelle als Kreisarzt in Leithaprodersdorf und ließ sich hier auch als praktischer Arzt nieder.52 Der Kreisarzt ist ein bis heute bestehendes Spezifikum der burgenländischen Sanitätsverwaltung und vereinfacht gesagt handelt es sich um einen Gemeindearzt, der diese Aufgabe nicht nur für eine Gemeinde, sondern für alle Gemeinden eines Sanitätskreises wahrnimmt. Der Sanitätskreis Leithaprodersdorf umfasste außer dem namensgebenden Ort auch die benachbarten Gemeinden Stotzing und Loretto. Ab 1934 gehörte Dr. Rupprecht dem Vorstand der burgenländischen Ärzteorganisation an und war ab 1935 auch Mitglied des burgenländischen Landessanitätsrates.53

Während des 2. Weltkriegs diente Dr. Rupprecht von 1939 bis 1945 als Stabsarzt bei der deutschen Luftwaffe am Flughafen Wien-Aspern und einer Gefangennahme durch die Sowjetarmee zu Kriegsende entzog er sich, indem er Zuflucht bei seinen Schwiegereltern in Waidhofen an der Ybbs suchte, wohin sich auch seine Gattin samt den Kindern zurückgezogen hatte. Sein ärztliches Pflichtbewusstsein führte ihn jedoch bald wieder nach Leithaprodersdorf zurück, wo er aufgrund von Missverständnissen in teils lebensgefährliche Situationen mit den russischen Besatzungssoldaten geriet.

1945 herrschte insbesondere im Weinviertel, in dem sich in den letzten Kriegstagen teils erbitterte Kämpfe ereignet hatten, große Not. Auch die medizinische Versorgung war katastrophal, nicht zuletzt, weil sich zahlreiche nationalsozialistisch gesinnte Ärzte vor dem Eintreffen der Russen Richtung Westen abgesetzt hatten und ihre Patienten im Stich ließen. Zeugnis dieser Mangellage bzw. der hygienischen Missstände war eine in der unmittelbaren Nachkriegszeit in Mistelbach wütende Typhusepidemie. Der damalige Landessanitätsdirektor in Niederösterreich und gebürtige Mistelbacher Dr. Ignaz Stremnitzer wusste um die Not in seiner Heimatstadt und fragte seinen Freund aus Studientagen Dr. Rupprecht, ob dieser nicht nach Mistelbach kommen könnte. Seinem hippokratischen Eid verpflichtet folgte er dieser dringlichen Bitte und übersiedelte im September 1945 mit seiner Familie nach Mistelbach, um den hier herrschenden medizinischen Notstand zu lindern. Zunächst wohnte Dr. Rupprecht samt Familie im Elternhaus von Dr. Stremnitzer in der Martingasse, ehe er bald darauf das Haus in der Thomas Freund-Gasse Nr. 4 (Ecke Gspanngasse)  erwarb. In diesem Wohnhaus richtete er auch seine Praxis ein und Anfang der 1950er Jahre ließ er das Haus renovieren und aufstocken. Im Zuge dieser Renovierung wurde an der an den Garten des Kaffeehauses angrenzenden Fassade ein mittlerweile abgekommenes Sgraffito mit ärztlicher Symbolik (Äskulapstab und Kreuz) angebracht.54

Unmittelbar nach seiner Ankunft in Mistelbach nahm Dr. Rupprecht seine Tätigkeit als mit Sanitätsagenden (ua Seuchenbekämpfung) betrauter Amtsarzt auf, die er für zwei Jahre ausübte. Außerdem eröffnete er seine Ordination als praktischer Arzt und war darüber hinaus – wie auch bereits im Burgenland – als Zahnarzt tätig, nachdem er bereits in den 1930er Jahren die hierfür notwendigen Kurse absolviert hatte. Bald übernahm er auch die Funktion des Gemeindearztes (Totenbeschau, fachkundiger Berater, sanitätspolizeiliche Maßnahmen, etc.) in der Stadt.

Dr. Rupprecht stammte wie eingangs erwähnt aus einer Bauernfamilie und in einer Zeit, in der der Umgang mit Akademikern noch von großem Standesdünkel geprägt war, erfreute er sich aufgrund seiner volkstümlichen, umgänglichen und humorvollen Art bald großer Beliebtheit bei der Mistelbacher Bevölkerung. Auch sein vielseitiges Engagement im Vereinsleben der Stadt hat sicherlich zu seiner Popularität beigetragen und zeigt sein auf Geselligkeit und Gemeinnutz bedachtes Wesen. Dr. Rupprecht war Bezirksobmann des Kameradschaftsbundes, Gründungsobmann der Mistelbacher Ortsgruppe des ÖAMTC55, Leiter der Jagdgesellschaft, Beirat bzw. Ausschussmitglied im Kultur- und Verschönerungsverein der Stadt Mistelbach56, außerdem gehörte er dem Schützenverein an, war ab 1954 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mistelbach57 und beim Eisenbahner-Sportverein engagiert. 1955 wurde ihm in Würdigung seiner Verdienste vom Bundespräsident der Titel eines Medizinalrats verliehen.58

Am 4. April 1959 wurde Dr. Rupprecht zu einem Patientenbesuch nach Eibesthal gerufen und obwohl er sich selbst nicht ganz wohlfühlte, folgte er seiner ärztlichen Pflicht. Am frühen Abend verunglückte er mit seinem erst wenige Tage alten Wagen auf dem Heimweg, als er in einer übersichtlichen, leichten Linkskurve von der Straße abkam und mit einem alleinstehenden Baum frontal kollidierte. Beim Aufprall erlitt er mehrere Rippenbrüche und ein daraus resultierender Aortariss setzte seinem Leben ein abruptes Ende.59 Wie es zu diesem Unfall kam, bleibt unklar, insbesondere, da es sich bei Dr. Rupprecht um einen sehr routinierten Fahrer handelte. Am 8. April 1959 wurde Dr. Rupprecht unter großer Anteilnahme  auf dem Mistelbacher Friedhof beigesetzt. Die Weinviertler Nachrichten berichten von bis zu 2000 Menschen, die sich eingefunden haben sollen, um von dem beliebten Mistelbacher Arzt Abschied zu nehmen.60 Am ersten Todestag wurde an jener Stelle, an der er verunglückte, auf Initiative seiner Bundes- und Cartellbrüder aus dem Österreichischen Cartellverband (ÖCV) ein Feldkreuz samt Erinnerungsplakette errichtet.61

Dr. Rupprechts letzte Ruhestätte auf dem Mistelbacher FriedhofDr. Rupprechts letzte Ruhestätte auf dem Mistelbacher Friedhof

Die Markierung auf obenstehender Karte zeigt die Unfallstelle bzw. den Standort des „Rupprecht-Kreuzes“ auf der Straße zwischen Mistelbach und Eibesthal

 

Das von Rupprechts Bundes- und Cartellbrüdern aus dem Österreichischen Cartellverband (ÖCV) im Jahr 1960 errichtete Kreuz an der Straße nach Eibesthal.Das von Rupprechts Bundes- und Cartellbrüdern aus dem Österreichischen Cartellverband (ÖCV) im Jahr 1960 errichtete Kreuz an der Straße nach Eibesthal.

 

Einige Gegenstände aus der Praxis von Dr. Rupprecht, darunter dieses Ordinationsschild sowie ein Stuhl für Zahnbehandlungen befinden sich heute im Stadtmuseumsarchiv.Einige Gegenstände aus der Praxis von Dr. Rupprecht, darunter dieses Ordinationsschild sowie ein Stuhl für Zahnbehandlungen befinden sich heute im Stadtmuseumsarchiv62

Mit Gemeinderatsbeschluss vom 8. März 1973 erhielt, eingedenk seiner Verdienste um die medizinische Versorgung der Stadt in schwerer Notzeit, eine Straße in der Stadtwaldsiedlung den Namen Dr. Rupprecht-Straße.63

Wo befindet sich die Dr. Rupprecht-Straße?

 

Bildnachweis:
-) sämtliche s/w Fotos wurden von Dr. Wilfried Rupprecht (Sohn) zur Verfügung gestellt
-) Foto Grab: Thomas Kruspel (2025)

Quellen:
-) Weinrich, Dr. Berthold/ Plöckinger, Dipl.-Ing. Erwin: Niederösterreichische Ärztechronik – Geschichte der Medizin und der Mediziner Niederösterreichs (1990), S. 668
-) Weinviertler Nachrichten, Nr. 15/1959, S. 1